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PolarNEWS Magazin - 26 - CH

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Kunst Cerny Inuit

Kunst Cerny Inuit Collection präsentiert Ernten, bewahren, aufbewahren, teilen Behälter: was steckt darin – und was dahinter? Traditionell angefertigt aus Gras, Walrosshauer, Rentiergeweih, Holz, Gänsefusshaut, Seehundfell, Knochen, Stoff, Keramik, sogar Stacheln. Inspiriert durch ihre Umgebung und brauchbar wie fast alles aus der Jagd. Ihre Machart erzählt viel über ihre Herkunft und das Leben. Ohne ein Wort zu sagen, vermitteln sie wertvolles Wissen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Werk von T. M. Safoyannikova (Bild 2). Dieser Behälter zeigt die Umgebung im Frühling und Sommer. Im Zentrum ein gelber und blauer Kreis. Gelb symbolisiert die Sonne und Blau den Himmel. Die Sonne ist zurückgekehrt und die Blumen blühen. Die Dreiecke darum symbolisieren Tschums, die traditionelle Behausung der Rentierhirten und ihrer Familien. Der Rand mit schwarzweissem Muster deutet auf Rentierspuren im Schnee hin. Bei den Behältern aus Walrosshauern (Bilder 6 und 7) wird, umrahmt von einem traditionellen Muster, das Leben am Meer mit Menschen, Meeressäugern und dem König der Arktis, dem omnipräsenten Eisbären, dargestellt. Die Keramik-Vase «Sprechen über Nunavut» (Bild 8) bezieht sich auf die Gründung des 3. Territoriums Nunavut (Unser Land) in Kanada 1999, mit der den Inuit mehr Eigenständigkeit zugestanden wurde. Martha Cerny, Kuratorin Cerny Inuit Collection Inuit-Kunst Die Cerny Inuit Collection ist eine der weltweit umfassendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst aus dem hohen Norden. Mit ihren Werken aus Kanada und Sibirien sowie Exponaten weiterer Regionen aus dem Polarkreis ist sie in ihrer Form einzigartig, da sie Kunstwerke von beiden Seiten der Beringstrasse enthält. Die Exponate wecken das Interesse an den Bewohnern der polarnahen Regionen, ihren Lebensweisen und ihren Kulturen. Damit leistet die Kunst einen Beitrag zur Erhaltung der Kulturen und wird zu einem völkerverbindenden Element. Ein Teil der Werke thematisiert auch die Nachhaltigkeit, die im Polarkreis fühlbare hohe Umweltbelastung und lässt die globalen Zusammenhänge erkennen. Peter und Martha Cerny, die Inhaber der Cerny Inuit Collection, präsentieren in jeder Ausgabe von PolarNEWS Kunst und Kultur der polaren Völker. Die museale Sammlung ist öffentlich zugänglich: Mittwoch bis Samstag von 13.00 bis 18.00 Uhr. Voranmeldung empfohlen. Stadtbachstrasse 8a, 3012 Bern, Schweiz Tel.: +41 31 318 28 20, Mobile: +41 79 313 90 13, Email: cerny.inuit@bluewin.ch, www.cernyinuitcollection.ch 30 PolarNEWS

1 2 3 4 5 6 7 8 1 Louisa Qungisirk (Inukjuak, Nunavik, Kanada): Korb mit Walgriff, 1997. Steatite, Strandrogen, Seehundfell, Sehne. H27 x B46 x L42 cm. 2 T. M. Safoyannikova (Evenkia, Russland): Behälter, 2002. Velours, Perlen, Faden. H8,5 x B13 x L13 cm. 3 Unbekannt, in Silben signiert (Alaska): Behälter. Birkenrinde, Birkenholz, Stacheln. H6,5 x B12 x L12 cm. 4 Per-Stefan Idivuoma (Lannavaara, Norrbottens Län, Schweden): Kaffeetasse, 2015. Geweih, Birke. H8,5 x B13 x L18 cm. 6 Maxim Ergiro (Uelen, Tschukotka AO, Russland): Behälter mit Bär auf dem Deckel, 1998. Walrosshauer, Farbstifte. H14 x B8 x L5 cm. 7 Tatiana Pechetegina (Uelen, Tschukotka AO, Russland): Behälter ohne Deckel, 2001. Walrosshauer, Farbstifte. H8,5 x B7 x L4 cm. 8 Pierre Aupilardjuk (Rankin Inlet, Nunavut, Kanada): Vase «Sprechen über Nunavut», 2002. Ton. H23 x B34 x L35 cm. 5 Vladimir Chuprov (Lovozero, Murmansk, Russland): Behälter, 2013. Geweih, Birke, Leder. H12,5 x B7 x L4 cm. PolarNEWS 31

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