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PolarNEWS Magazin - 26 - CH

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Nachrichten News aus der

Nachrichten News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Anhand der Logbücher die Population rückwärts errechnet. Im Bild eine Ringelrobbe. Fangquoten zeigen Populationen auf Erstmals haben russische Forscher anhand alter Logbücher von Fangschiffen die kommerzielle Ausbeutung eisbewohnender Robbenarten im Ochotskischen Meer (zwischen Sachalin und Kamtschatka im fernen Osten Russlands) untersucht. Untersucht wurde der Zeitaum von 1972 bis 1994. In diesen 22 Jahren fielen demnach dem kommerziellen Robbenfang jeweils zwischen Anfang April und Mitte Juli zum Opfer (gerundet): 232’000 Ringelrobben, 160’000 Bandrobben, 35’000 Bartrobben und 91’000 Largha-Robben. Hinzu kommt verlorene Jagdbeute von über 30 Prozent bei Ringel-, Bart- und Largha-Robben sowie bis 20 Prozent bei der Bandrobbe. Diese Daten lassen heute noch gültige Rückschlüsse zu auf die geografische Verbreitung der Robbenherden und auf weitere Populationsstudien. Quelle: PLOS Pinguine transportieren Schwermetalle Pinguine in der Antarktis transportieren nicht nur Nähr-, sondern auch Schadstoffe vom Meer auf das Land. Über den Kot dieser Seevögel gelangen Stoffe wie Kadmium, Kupfer, Arsen, Zink, Selen in die Böden der Pinguinkolonien. Je grösser der Schiffsverkehr vor der Küste, desto höher die Konzentrationen an Schwermetallen. Allerdings scheinen nicht alle Schadstoffe von menschlichen Quellen zu stammen. Ein solcher Stoffeintrag verändert zudem die Zusammensetzung der Bodenbakterien. Quelle: PLOS Bringen auch Schwermetalle ans Land. Im Bild Königspinguine. 12 PolarNEWS

Die Forschungsschiffe sind wieder zu Hause IN KÜRZE Nach knapp fünf Monaten Fahrt ist das Forschungsschiff «Polarstern» des deutschen Alfred-Wegener-Instituts am 13. Oktober wieder in den Heimathafen Bremerhaven eingelaufen. Die Forscher haben im Nordosten Grönlands untersucht, wie sich die steigenden Wassertemperaturen auf die dortigen Gletscher auswirken. Drei Tage zuvor kehrte auch der chinesische Forschungs-Eisbrecher «Xuelong» in seinen Heimathafen Shanghai zurück. Das Schiff legte in 83 Tagen 20’000 nautische Meilen zurück und umrundete dabei die Arktis zur Erkundung «unbekannter Stellen im Meer» und bekannter Schifffahrtsrouten. Wir sind gespannt auf die Forschungsergebnisse. Für die Chinesen ist der Eisbrecher «Xuelong» auch ein Mittel, um Präsenz im Ringen um die Bodenschätze und Handelsrouten der Arktis zu demonstrieren. Quelle: awi, german.china.org.cn Neue Vulkane entdeckt Unter dem kilometerdicken Eisschild der Westantarktis haben britische Geologen fast 100 Vulkane entdeckt. Diese bisher unbekannten Feuerberge sind zwischen 100 und 3850 Meter hoch und bilden zusammen das möglicherweise grösste Vulkangebiet der Erde. Ob diese subglazialen Vulkane zurzeit aktiv sind, geht aus der Studie nicht hervor. Quelle: Science Daily «Polarstern», Deutschland. Neue mögliche Todesursache «Xuelong», China. Atommüll bleibt Ein Loch im Packeis Im Weddellmeer östlich der Antarktischen Halbinsel ist in diesem Südwinter wieder eine Polynja entstanden. Polynjas sind grosse eisfreie Zonen offenen Wassers in sonst zugefrorenen Meeresgebieten, eigentliche Riesenlöcher im Packeis. Polynjas treten in Polargebieten häufig und regelmässig auf. Diese im Weddellmeer hingegen war erst- und letztmals in den 1970er-Jahren beobachtet worden. Quelle: Geomar Noch fünf Jahre soll es dauern, bis Russland das Wrack eines atombetriebenen Unterseebootes in der Karasee bergen will. Das U-Boot K-27 war 1982 vor der Südostküste von Nowaja Semlja versenkt worden. Es hat zwei Atomreaktoren an Bord. Zahlreiche andere Reaktoren von U-Booten, aber auch vom Atomeisbrecher «Lenin» wurden zu Sowjetzeiten dort versenkt, darunter 17’000 Behälter mit festem radioaktivem Abfall. Bilder: iStock; Michael Wenger; M. Hoppmann; Chinare; National Maritime Museum, Greenwich, London. Es gibt viele Gründe, weshalb die 129 Männer von Sir John Franklins Expedition in den 1840er-Jahren im arktischen Kanada ums Leben kamen: Erschöpfung, Skorbut, Bleivergiftung, Botulismus (Fleischvergiftung), Tuberkulose, Verhungern. Ein amerikanischer Professor für Zahnheilkunde hat einen weiteren möglichen Grund gefunden: Nebennierenrindeninsuffizienz (Addisonsche Krankheit). Eine Tuberkulose mit Befall der Nebennieren kann ein Auslöser sein. Tatsächlich wurde bei der Autopsie dreier Seeleute der englischen Expedition (gestartet 1845) ein schlüssiger Hinweis gefunden; sie waren an Tuberkulose erkrankt. Franklins Tod nach einem Gemälde von W. Thomas Smith, 1895. Quelle: Science Daily Quelle: Barents Observer Wöchentlich News aus der Polarforschung auf polar-news.ch Heilbutt: Jagd bleibt Vor Westgrönland sind die Bestände des Schwarzen Heilbutts zusammengebrochen. Obwohl die Anzeichen einer Überfischung unmissverständlich sind, weigert sich der zuständige Fischereiminister, die Fangquoten zu senken. In Grönland ist die Fischerei ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig – und Heilbutt die am zweithäufigsten gefangene Fischart. Quelle: WWF Er ist wieder da! Norwegische Forscher haben diesen Sommer seltene Grönlandwale in der Barentssee entdeckt. Diese Walart galt dort als ausgestorben. Ein Verbot Russlands verhinderte allerdings, eine geplante Walkartierung auch auf Gewässer entlang der Westküste Nowaja Semljas auszudehnen. Quelle: Barents Observer PolarNEWS 13

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