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PolarNEWS Magazin - 24 - CH

des in Russland

des in Russland geförderten Erdöls und einen Drittel des Erdgases liefern. • Im April 2015 nimmt die Bohrplattform Goliat ihren Betrieb auf. Sie wurde gemeinsam von der staatlichen norwegischen Statoil und der italienischen Firma Eni gebaut, ragt 25 Stockwerke aus dem Wasser und pumpt pro Tag 100’000 Barrel Rohöl. Goliat liegt 85 Kilometer vor Hammerfest auf 71 Grad nördlicher Breite vor Anker und ist die am nördlichsten gelegene Bohrinsel überhaupt. In Hammerfest selbst 32 PolarNEWS

Alle aktuellen Orte der Arktis, in denen Bodenschätze gesucht oder ausgebeutet werden. Karte: Lauren E. James und Ryan Williams, NGM betreibt Norwegen die einzige Gasverflüssigungsanlage Europas. • Im Mai 2015 erteilt die US-amerikanische Regierung dem holländisch-englischen Konzern Royal Dutch Shell die Erlaubnis, in der Tschuktschensee vor Alaska an sechs verschiedenen Stellen Probebohrungen durchzuführen. • Im Januar 2016 beginnt der österreichische Ölkonzern OMV dank einer norwegischen Lizenz im Hoop-Ölfeld 350 Kilometer vor Hammerfest mit Probebohrungen – mitten im arktischen Winter. Schätzungen zufolge sind in diesem Gebiet mindestens 200 Millionen Barrel Erdöl und Erdgas vorhanden. • Im April 2016 verkündet die russische Regierung, dass sie in der Nordostpassage zehn neue Not- und Rettungszentren errichten will. Sie plant, bis 2020 3,8 Milliarden Euro in die Infrastruktur investieren. • Im Mai 2016 erteilt die norwegische Regierung zehn neue Prospektionslizenzen. 13 Gesellschaften können nun in 40 definierten Gebieten in der Barentssee nach neuen Erdölvorkommen suchen. • Zurzeit errichtet das russische Privatunternehmen Novatek in Zusammenarbeit mit dem französischen Ölkonzern Total und der China National Petroleum Corporation in Sabetta an der Ostseite der Halbinsel Jamal für 25 Milliarden Euro eine Erdgas- Verflüssigungsanlage. Die russische Regierung baut ebenda einen neuen Hafen sowie zwölf Flüssiggastanker und stellt Eisbrecher zur Verfügung. Die Anlage soll frühestens 2018 in Betrieb gehen. Billigöl-Schwemme Der Siegeszug der Ölindustrie in der Arktis schien nicht mehr aufzuhalten. Und die Prognosen waren hervorragend. Denn seit Jahrzehnten gilt die einleuchtende Regel, dass die stetig wachsende Erdbevölkerung nach immer mehr Erdöl verlangt und folgerichtig der Preis für das begehrte, aber nicht unbeschränkt vorhandene schwarze Gold zuverlässig in immer höhere Sphären steigt. Diese Theorie nennt sich Peak Oil. Doch dann nahmen in den letzten Jahren ungeahnte Entwicklungen ihren Lauf: Die USA konnten mit neuen Produktionsmethoden die Effizienz des Frackings massiv steigern und schwemmten den Weltmarkt mit neuem Erdöl. (Fracking heisst die Fördermethode, in der Wasser und Chemikalien mit Hochdruck in tief gelegenes Schiefergestein gepumpt werden, die das darin enthaltene Rohöl an die Erdoberfläche pressen. Umweltaktivisten halten diese Fördermethode für genauso gefährlich für die Umwelt wie diejenige in der Arktis.) Die Methoden, Erdöl aus Sand herauszuwaschen, wurden stetig weiterentwickelt und ver- PolarNEWS 33

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