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PolarNEWS Magazin - 24 - CH

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print media corporation eichbüelstrasse 27 postfach ch-8618 oetwil am see tel. +41 44 929 62 00 fax +41 44 929 62 10 www.pmcoetwil.ch Geniessen Sie Ihre Polarreise Nutzen Sie unsere Erfahrung und Sicherheit für Ihre zukünftigen Printprojekte. PMC Ihr innovativer Partner für Publikationen im Rollen- und Bogen-Offset. Mit modernster Technologie zeigen wir innovative und wirtschaftliche Lösungen von der Datenaufbereitung bis zum adressierten Versand. Fast täglich aufdatiert, finden Sie auf unserer Website die neusten Nachrichten aus den Gebieten rund um den Südpol und den Nordpol, Blogs, Bilder und natürlich sämtliche Ausgaben von PolarNEWS. 20 Besuchen Sie uns deshalb immer wieder und so oft Sie möchten auf PolarNEWS www.polarnews.ch

Rubriktitel Im Gegensatz zu anderen Langstreckenfliegern sind Küstenseeschwalben in der Luft sehr wendig. ben Zwischenstopps bei Hotspots ein, die befanden sich vor der Küste Oregons, im nördlichen Humboldt-Meeresstrom vor Seltener Gast Im deutschsprachigen Raum ist die Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) ein extrem seltener Brutvogel, ein regelmässiger, aber seltener Durchzügler sowie ein extrem seltener Sommergast. Zwischen 1800 und 2015 wurden in der Schweiz lediglich 109 Küstenseeschwalben beobachtet. Die grössten Chancen diesen Besucher aus der Arktis bei uns zu erspähen, hat man ab Ende April bis Ende Mai sowie Anfang Oktober. Die Nachweise gelangen hauptsächlich an den Gewässern und Seen des Mittellandes, etwa am Genfer- und Neuenburgersee sowie am Bodensee. Allerdings ist es selbst für Profis recht schwierig, den Vogel aus dem hohen Norden von unseren einheimischen Flussseeschwalben auseinanderzuhalten, sie sehen sich sehr ähnlich. Ecuador und Peru sowie vor der chilenischen Küste – allesamt Gebiete mit einem ausgeprägten Auftrieb von kaltem, nährstoffreichen Tiefenwasser. Dann aber überraschte ein plötzlicher Richtungswechsel die amerikanischen Forscher: Ihre Küstenseeschwalben flogen nicht, wie das am einfachsten wäre, der chilenischen Küste entlang bis zum Kap Hoorn und von dort in antarktische Gewässer. Nein, sie bogen auf der Höhe der Stadt Puerto Montt nach Osten ab – und flogen in direktem Kurs über die Anden. Sie nutzten dabei 1500 bis 2000 Meter hohe Pässe. Rekord! Und Neuheit! Denn bisher wurden Flüge über die Anden erst beim Kondor und beim Scherenschnabel nachgewiesen. Auf der anderen Seite der Anden gelangten unsere Wanderer via das südliche Argentinien zum Südatlantik in das Gebiet des Patagonischen Schelfes. In dieser Region ist das Nahrungsangebot hervorragend, weil hier die südwärts fliessende warme Brasilströmung und die nordwärts fliessende kalte Falklandströmung aufeinandertreffen. Nach diesem letzten kulinarischen Zwischenhalt flogen die Seeschwalben an den Eisrand im Weddellmeer, wo sie den Südwinter gemeinsam mit ihren Verwandten aus England und Grönland verbrachten. Schöne Aussichten Sicherlich wird die Zugvogelforschung bald weitere phänomenale Einzelheiten liefern über die Küstenseeschwalbe, den wahren Kosmopolit unter den Vögeln. Vielleicht kommen noch längere Zugwege ans Licht, vielleicht weitere bedeutsame Hotspots in den Meeren. Die grazile Küstenseeschwalbe ist den Pinguinen der Antarktis wie den Eisbären am Nordpol eine elegante Botschafterin vom jeweils entgegengesetzten Ende der Welt. Ob die Seeschwalbe den Pinguinen von den Eisbären der Arktis berichtet – und wie sie die mächtigen Bären zu ärgern vermag…? Solche Fragen bleiben offen, sie werden wohl nie erforscht. PolarNEWS 21

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