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PolarNEWS Magazin - 24 - CH

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Nachrichten News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Im Rossmeer ist eine Fläche viermal so gross wie Deutschland endlich zum Meeres-Naturschutzgebiet erklärt worden (kleines Bild). Antarktis: Meeresschutz kommt voran Über vier Jahre lang wurde diplomatisch gerungen und zäh verhandelt. Am 27. Oktober 2016 war es endlich soweit: Das grösste Meeresschutzgebiet der Erde soll im Dezember 2017 im antarktischen Rossmeer entstehen. So lautet die Vereinbarung, die von den Mitgliedern der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis CCAMLR (bestehend aus 24 Staaten plus der EU) in Hobart/Tasmanien getroffen wurde. Das neue Schutzgebiet wird 1,55 Millionen Quadratkilometer messen, das ist viermal so gross wie Deutschland, und grösstenteils für die kommerzielle Fischerei für mindestens 35 Jahre gesperrt bleiben. Das abgelegene Rossmeer gilt als Schatzkammer der Natur, weil es das am wenigsten veränderte marine Ökosystem der Erde ist. Dank dieser Übereinkunft ist nun eine grossartige natürliche Vielfalt aus über 16’000 Arten geschützt. Quelle: CCAMLR Wöchentlich News aus der Polarforschung auf polar-news.ch Antarktischer Riesenvogel Eine Gruppe von Paläontologen aus Argentinien hat in der Antarktis die versteinerten Reste eines Vogels gefunden, der eine Flügelspannweite von 6 Metern gehabt haben muss. Der Riesenvogel lebte vor rund 50 Millionen Jahren und gehörte in die längst ausgestorbene Familie der Pseudozahnvögel. Mit seinen immensen Flügeln konnte dieser Vogel gut gleiten und grosse Dis- tanzen zurücklegen. Der Fundort liegt nur einen Kilometer von der argentinischen Forschungsstation Marambio auf der Seymour-Insel im Weddellmeer entfernt. Im selben Gebiet entdeckten Forscher vor fünf Jahren auch 49 Millionen Jahre alte Knochen eines Urwals aus der Familie der Basilosauridae. Quelle: Clarín 12 PolarNEWS

Antarktis: (fast) alles ist Eis Britische Forscher haben sich die Mühe genommen, erstmals ganz genau zu berechnen, wie viel – oder wie wenig – des Kontinents Antarktika tatsächlich eisfrei ist. Dank der neuesten hoch empfindlichen und präzisen Satellitentechnologie lässt sich eisfreier Fels auch in schattigen Gebieten noch besser von Schnee und Eis unterscheiden. Das verblüffende Resultat der Untersuchung: Nur 0,18 Prozent des riesigen Weissen Kontinents besteht aus eisfreiem, freiliegendem Fels (rund 22’000 Quadratkilometer), das ist die Hälfte der bisherigen älteren Schätzungen. Meereis schwindet weiterhin Quelle: The Cryosphere Jeweils Mitte September halten die Freunde der Arktis den Atem an und warten auf die neuesten, stetig sinkenden Zahlen über die Meereis-Ausdehnung im Arktischen Ozean. Dieses Jahr war die geringste Fläche nach dem sommerlichen Abtauen am 10. September erreicht: Das Meereis bedeckte 4,14 Millionen Quadratkilometer rund um den Nordpol, dies nach einem eher kühlen, bedeckten, stürmischen Sommer. Das ist das zweitschlechteste Resultat seit Messbeginn vor 37 Jahren. So erstaunt es auch nicht, dass zum Beispiel die südliche Route der Nordwestpassage Mitte August eisfrei war. Zu viele Rentiere Im hohen Norden Sibiriens werden zu viele Rentiere gehalten. Allein im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen an der Karasee in Westsibirien verzeichnete man eine massive Zunahme um 200’000 Tiere in den letzten 15 Jahren. Der Gesamtbestand dort beläuft sich heute auf 700’000 Rentiere. Die Behörden befürchten eine Überweidung der Tundra und den Ausbruch von Krankheiten. Da etwa 70 Prozent der Herden in Privatbesitz sind, wird die Regierung des Autonomen Kreises mit ihren Reduktionsplänen keine leichte Aufgabe haben. Quelle: Barents Observer Die Ausdehnung des Arktis-Eises am diesjährigen Tiefststand. Rot der langjährige Durchschnitt. Quelle: National Snow and Ice Data Center NSIDC, Nasa Sind die Rentierherden zu gross, ist die Vegetation übernutzt. Stark, stärker – Russlands neue Eisbrecher kommen Bilder: WWF, National Snow and Ice Data Center NSIDC, Adobe Stock Russland bereitet seine Eisbrecherflotte auf einen ganzjährigen Einsatz im Arktischen Ozean vor. Im Moment läuft die Ausschreibung für das technische Design. Geplant sind Supereisbrecher von einer Stärke, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Sie sollen 2024 vom Stapel laufen und doppelt so leistungsstark sein wie diejenigen, die zurzeit auf einer Werft in St. Petersburg gebaut werden. Die Energie von 120 Megawattstunden soll durch einen Atomreaktor erzeugt werden und dazu dienen, bis 4,3 Meter dickes Eis zu durchpflügen. Diese gigantischen Eisbrecher werden Konvois von Handelsschiffen, darunter auch Gastanker, die Durchfahrt durch die Nordostpas- sage auch im Winter ermöglichen. Zehn Robbenarten der Arktis, die mit ihren Jungen auf dem Eis leben, kommen im Bereich dieser Schiffsrouten vor und werden je länger, je mehr gestört. Dazu gehören Sattel-, Ringel- und Bartrobbe, aber auch das Walross. Muttertiere und Junge flüchten panisch, werden voneinander getrennt oder durch das Schiff oder durch Eisbrocken zermalmt. Ein wirkungsvoller Gesetzesrahmen namentlich für Robben fehlt, obwohl Reeder, Kapitäne und maritime Organisationen ihre hehren Absichten bekunden. Quelle: Barents Observer, WWF Arctic Programme Mysteriös: Riesige Luftwellen über der Antarktis Jetzt scheint man zu wissen, woher diese enorme Wellenbewegung der Luft in 30 bis 115 Kilometern Höhe in der Erdatmosphäre über der Antarktis stammen könnte. Diese Riesenwellen mit einer Amplitude von 20 bis 30 Kilometern schwingen in drei bis zehn Stunden auf und ab und wurden vor ein paar Jahren über der amerikanischen McMurdo-Station in der Antarktis entdeckt. Auslöser könnte das Ross-Schelfeis sein, so wird nun vermutet: Ähnlich einer Lautsprechermembrane Eisbrecher bringen das Eis durcheinander. Das macht auch den Robben das Leben schwer. verstärkt die rund 500’000 Quadratkilometer grosse Eisfläche geringste Schwingungen und überträgt sie an die Luft. Quelle: Scinexx PolarNEWS 13

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